Tracking & Kennzahlen9 Min. Lesezeit
CTR berechnen: Formel, gute Klickrate & Dating-Beispiel
CTR berechnen mit Formel und Beispiel: was die Click Through Rate bedeutet, was eine gute CTR ist und wie sie mit TKP, CPC und eCPM zusammenhängt.
Die CTR berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Klicks geteilt durch Impressions, mal 100. Schwieriger ist die Deutung, denn eine hohe Klickrate kann ebenso auf ein starkes Creative hinweisen wie auf Clickbait, versehentliche Klicks oder Bots. Dieser Beitrag richtet sich an Media Buyer, Dating-Werbetreibende und Publisher. Sie lernen die CTR-Formel kennen, sehen, wie sich die Click Through Rate je Werbeformat und Funnel-Stufe unterscheidet, und rechnen sie in effektiven CPC und eCPM um. Ein Dating-Beispiel zeigt, warum das Creative mit der höheren CTR verlieren kann, und ein eigener Abschnitt beantwortet ehrlich, was eine gute CTR ist.
Was bedeutet CTR? Click Through Rate und Klickrate
CTR steht für „Click Through Rate“, auf Deutsch Klickrate. Sie gibt an, welcher Anteil der Einblendungen einer Anzeige zu einem Klick führt. Bei 0,6 % CTR klicken von 1.000 Einblendungen sechs.
Die CTR misst Aufmerksamkeit, nicht Ergebnisse. Ob aus dem Klick eine Registrierung oder ein Kauf wird, beschreibt die Conversion Rate. Erst beide Quoten zusammen zeigen, wie viele Leads aus 1.000 Impressions entstehen.
Dieselbe Formel nutzt die Google Search Console für organische Suchergebnisse. Dieser Beitrag behandelt die CTR in der bezahlten Werbung, wo sie direkt in Klickkosten und Erlöse eingeht:
- Werbetreibende und Media Buyer lesen an der CTR ab, ob ein Creative zu Placement und Zielgruppe passt, und rechnen TKP-Preise damit in Klickkosten um.
- Publisher und Netzwerke verdienen bei CPC-Abrechnung pro Klick. Die CTR bestimmt dort, was 1.000 Einblendungen einbringen.
CTR-Formel: So berechnen Sie die CTR
Die CTR-Formel lautet:
CTR = Klicks ÷ Impressions × 100
Ein Beispiel mit hypothetischen Zahlen: Eine Anzeige wird 50.000-mal eingeblendet und 300-mal geklickt. Die CTR liegt bei 300 ÷ 50.000 × 100 = 0,6 %.
In Folgeformeln setzen Sie die CTR als Dezimalzahl ein (0,6 % = 0,006). Umgestellt hilft die Formel bei der Planung:
| Gesucht | Formel | Beispiel (hypothetisch) |
|---|---|---|
| CTR | Klicks ÷ Impressions × 100 | 300 ÷ 50.000 × 100 = 0,6 % |
| Klicks | Impressions × CTR | 200.000 × 0,006 = 1.200 |
| Impressions | Klicks ÷ CTR | 3.000 ÷ 0,015 = 200.000 |
Legen Sie vorab fest, welche Zählung in Zähler und Nenner gehört. Das Netzwerk zählt Klicks auf die Anzeige, Ihr Tracker zählt Besuche, die auf Ihrer Seite ankommen. Bei den Impressions kann die ausgelieferte oder nur die sichtbare Einblendung gemeint sein. Jede Variante ist legitim, solange Sie einheitlich rechnen.
CTR nach Werbeformat: Push, Native, Popunder, Display und Suche
Was als Impression und was als Klick zählt, hängt vom Format ab. CTRs sind deshalb nur innerhalb eines Formats vergleichbar:
| Format | Impression | Klick | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Push | angezeigte Benachrichtigung; die Zählweise legt das Netzwerk fest | Tippen auf die Benachrichtigung | Stark bespielte Abonnentenlisten ermüden, die CTR sinkt mit der Frequenz |
| Native | Anzeige in einem Empfehlungs-Widget | Klick auf Bild oder Headline | Neugier-Headlines treiben die CTR, aber nicht die Conversions |
| Popunder | geöffnetes Pop-Fenster, also bereits ein Besuch | entfällt | Keine klassische CTR; die erste Klickrate ist die Prelander-CTR |
| Display | ausgelieferter Banner | Klick auf den Banner | Nicht jede Einblendung ist sichtbar; auf kleinen Bildschirmen entstehen versehentliche Klicks |
| Suche | Anzeige zu einer Suchanfrage | Klick auf die Anzeige | Die CTR spiegelt Suchabsicht und Position; Google Ads bewertet die erwartete CTR im Qualitätsfaktor |
Anzeigen-CTR und Prelander-CTR. Im Dating-Funnel folgt auf den Anzeigenklick oft ein Prelander. Dort entsteht eine zweite Klickrate:
Prelander-CTR = LP-Klicks ÷ Prelander-Besuche × 100
LP-Klicks sind die Klicks vom Prelander weiter zum Angebot. Bei Popunder-Traffic ist die Prelander-CTR die erste Klickrate überhaupt, weil der Besuch ohne Klick beginnt; mehr dazu im Leitfaden zu Popunder-Traffic im Dating.
Anzeigen-CTR, Prelander-CTR und Conversion Rate multiplizieren sich. Aus 1.000 Impressions bei 0,6 % CTR, 40 % Prelander-CTR und 10 % CR vom LP-Klick zum DOI entstehen 1.000 × 0,006 × 0,4 × 0,1 = 0,24 DOIs. Wie Sie Prelander-Varianten testen, zeigt der Beitrag zu Landingpage und Prelander.
CTR, TKP, CPC und eCPM: So hängen die Kennzahlen zusammen
Die CTR übersetzt Einblendungen in Klicks und verbindet damit die Preismodelle. Drei Formeln reichen, jeweils mit der CTR als Dezimalzahl:
Effektiver CPC = TKP ÷ (CTR × 1.000)
eCPM = CTR × 1.000 × CPC
Break-even-TKP = EPC × CTR × 1.000
Wer per TKP (CPM) einkauft, zahlt für Einblendungen; die CTR entscheidet, was ein Klick kostet. Bei 1,20 € TKP und 0,6 % CTR kostet ein Klick 1,20 € ÷ 6 = 0,20 €, bei 1,2 % CTR nur noch 0,10 €. Wie Sie den TKP selbst bewerten und was als sichtbare Impression gilt, erklärt der Beitrag TKP berechnen.
Wer Inventar per CPC verkauft, rechnet umgekehrt: Der eCPM zeigt, was 1.000 Einblendungen einbringen. Bei 0,10 € CPC und 0,8 % CTR sind das 0,008 × 1.000 × 0,10 € = 0,80 €. Viele Netzwerke ranken CPC-Anzeigen nach diesem erwarteten eCPM. Ein Creative mit doppelter CTR gewinnt deshalb dieselben Placements mit halbem Gebot.
Der Break-even-TKP verbindet die CTR mit dem Ertrag. Der EPC (Earnings per Click) ist der durchschnittliche Ertrag pro Klick; der Break-even-TKP ist der höchste TKP, bei dem die Kampagne ohne Verlust läuft. Wie Sie EPC und maximalen Klickpreis herleiten, zeigt der Beitrag CPC berechnen.
Dating-Beispiel: Warum eine hohe CTR nicht automatisch gut ist
Ein Media Buyer testet zwei Native-Creatives für ein Casual-Dating-Angebot, das 6 € pro DOI zahlt. Er kauft je 200.000 Impressions zu 1,20 € TKP, also 240 € pro Creative. Creative A arbeitet mit einer Neugier-Headline, die mehr verspricht, als das Angebot hält; Creative B beschreibt das Angebot ehrlich. Der Einfachheit halber zählt jeder Anzeigenklick als Prelander-Besuch (alle Zahlen hypothetisch).
| Kennzahl | Creative A (Neugier-Headline) | Creative B (ehrliche Headline) |
|---|---|---|
| Kosten | 240 € | 240 € |
| Klicks | 3.000 | 1.200 |
| CTR | 1,5 % | 0,6 % |
| Effektiver CPC | 0,08 € | 0,20 € |
| Prelander-CTR | 20 % (600 LP-Klicks) | 40 % (480 LP-Klicks) |
| DOIs | 30 | 48 |
| CR Klick → DOI | 1 % | 4 % |
| CPA pro DOI | 8,00 € | 5,00 € |
| Umsatz | 180 € | 288 € |
| EPC | 0,06 € | 0,24 € |
| ROI | −25 % | 20 % |
Creative A liegt bei CTR und Klickpreis um den Faktor 2,5 vorn und verliert bei allem, was bezahlt wird. Seine Klicks kommen von Nutzern, die etwas anderes erwartet haben: Nur 20 % klicken auf dem Prelander weiter, und von den LP-Klicks werden 5 % zum DOI statt 10 % wie bei B. Der Break-even-TKP liegt für A bei 0,06 € × 0,015 × 1.000 = 0,90 €, für B bei 0,24 € × 0,006 × 1.000 = 1,44 €. Bei 1,20 € TKP verliert A Geld, B verdient.
Neben Clickbait haben hohe CTRs weitere typische Ursachen:
- Versehentliche Klicks: Anzeigen, die auf kleinen Bildschirmen leicht angetippt werden oder dicht an Bedienelementen sitzen.
- Bots und manipulierte Placements: Sie erzeugen Klicks ohne Nutzer. Warnsignale sind CTR-Spitzen bei einzelnen Placements, eine große Lücke zwischen Netzwerk- und Tracker-Klicks, sehr kurze Verweildauer und eine Prelander-CTR nahe null; mehr im Beitrag zu Klickbetrug und Ad Fraud.
- Fehlende Passung: Ein Motiv, das ein anderes Publikum anspricht als das Angebot, bringt Klicks, aber keine Registrierungen.
Auch Publisher sollten nicht auf die CTR allein optimieren. Rechnet das Netzwerk im Beispiel per CPC zu 0,10 € ab, bringt Creative A einen eCPM von 0,015 × 1.000 × 0,10 € = 1,50 €, Creative B nur 0,60 €. Der Käufer zahlt dann aber 0,10 € ÷ 0,01 = 10 € pro DOI bei A und 2,50 € bei B – und senkt bei A das Gebot oder sperrt das Placement. Dauerhaft hohe eCPMs entstehen nur mit Klicks, die konvertieren.
Was ist eine gute CTR?
Eine allgemeingültige gute CTR gibt es nicht. Veröffentlichte Durchschnittswerte vermischen Formate, Placements und Märkte und sagen über Ihre Kampagne wenig. Die CTR hängt unter anderem ab von:
- Format und Placement: Eine Suchanzeige trifft auf eine konkrete Absicht, eine Native-Anzeige auf Nutzer, die gerade etwas anderes lesen.
- GEO und Sprache: Ein Creative, das in einem Land funktioniert, kann in einem anderen schwach sein, vor allem wenn es nur übersetzt statt lokalisiert ist.
- Gerät und Betriebssystem: Bildschirmgröße und Platzierung beeinflussen, wie oft geklickt wird, auch versehentlich.
- Frequenz und Alter des Creatives: Wer eine Anzeige zum fünften Mal sieht, klickt seltener als beim ersten Mal.
Aussagekräftiger als jeder Branchenwert ist Ihre Break-even-CTR, umgestellt aus dem Break-even-TKP:
Break-even-CTR = TKP ÷ (EPC × 1.000)
Bei 1,20 € TKP und 0,24 € EPC liegt sie bei 1,20 € ÷ 240 € = 0,5 %. Creative B übertrifft sie mit 0,6 %. Der EPC gehört allerdings zum jeweiligen Creative: Für Creative A mit 0,06 € EPC liegt die Break-even-CTR bei 1,20 € ÷ 60 € = 2 %, die es mit 1,5 % verfehlt.
Eine gute CTR erfüllt drei Bedingungen:
- Sie liegt über der Break-even-CTR, berechnet mit dem EPC desselben Creatives.
- Sie erreicht Ihren eigenen Vergleichswert für dasselbe Format, Placement, GEO und Gerät.
- Sie hält über Zeit und Frequenz, und Prelander-CTR und Conversion Rate ziehen mit.
Wer per CPC einkauft, zahlt für eine schwache CTR nicht direkt, erhält aber weniger Volumen, weil das Netzwerk nach eCPM ausliefert.
CTR verbessern: Creatives, Targeting, Frequenz und Placements
Creatives testen. Testen Sie unterschiedliche Ansätze statt Varianten desselben Bildes, ändern Sie pro Test möglichst nur eine Größe und küren Sie den Sieger nach EPC oder CPA, nicht nach CTR. Das Creative sollte nur versprechen, was Prelander und Angebot halten; wie ehrliche Headlines aussehen, zeigt der Beitrag zu Native Advertising im Dating.
Targeting schärfen. Trennen Sie Kampagnen nach GEO, Gerät und Betriebssystem und passen Sie Sprache und Motiv an den Markt an. Werten Sie die CTR je Segment und Tageszeit aus, denn ein Durchschnitt über alle Segmente verdeckt, wo ein Creative schwach ist.
Frequenz begrenzen. Setzen Sie eine Frequency Cap, sofern das Netzwerk sie anbietet. Sinkt die CTR mit steigender Frequenz, sehen dieselben Nutzer die Anzeige zu oft.
Placements filtern. Übergeben Sie die Zonen- oder Placement-ID per Makro an Ihren Tracker und bauen Sie daraus Blacklists und Whitelists. Entscheiden Sie nach Ergebnis: Ein Placement mit niedriger CTR und gutem EPC ist wertvoller als eines mit hoher CTR ohne Conversions.
Creative Fatigue erkennen. Fällt die CTR eines Creatives über mehrere Tage, obwohl Placement-Mix und Frequenz stabil bleiben, ist es ermüdet. Halten Sie neue Ansätze bereit und rotieren Sie, bevor die Leistung einbricht.
Häufige Fehler, wenn Sie die CTR berechnen
- Eindeutige und gesamte Werte mischen: Eindeutige Klicks geteilt durch alle Impressions ergeben eine zu niedrige CTR. Zähler und Nenner brauchen dieselbe Zählweise.
- Ausgelieferte und sichtbare Impressions verwechseln: Eine CTR auf Basis sichtbarer Impressions fällt höher aus als auf Basis ausgelieferter. Vergleichen Sie nur Werte mit derselben Basis.
- Netzwerk- und Tracker-Klicks mischen: Die Lücke zwischen beiden ist ein Qualitätssignal und darf nicht in einer gemischten CTR verschwinden.
- CTRs über Formate hinweg vergleichen: Eine Push-CTR, eine Native-CTR und eine Prelander-CTR messen verschiedene Dinge.
- CTRs mitteln: Placement A bringt 200 Klicks auf 100.000 Impressions (0,2 %), Placement B 100 Klicks auf 5.000 Impressions (2 %). Der Mittelwert von 1,1 % ist falsch; richtig sind 300 ÷ 105.000 ≈ 0,29 %. Teilen Sie immer Gesamtklicks durch Gesamtimpressions.
- Zu kleine Stichproben bewerten: 10 gegen 14 Klicks auf je 2.000 Impressions (0,5 % gegen 0,7 %) beweisen nichts. Als Faustregel schwankt eine Zahl zufällig um etwa ihre Quadratwurzel, hier also um 3 bis 4 Klicks; mehr dazu im Beitrag Conversion Rate berechnen.
FAQ
Wie berechnet man die CTR?
Teilen Sie die Klicks durch die Impressions und multiplizieren Sie mit 100: 300 Klicks bei 50.000 Impressions ergeben 0,6 % CTR. Legen Sie vorher fest, ob Netzwerk- oder Tracker-Klicks und ausgelieferte oder sichtbare Impressions zählen.
Was ist eine gute CTR?
Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht, weil Format, Placement, GEO, Gerät und Creative die CTR bestimmen. Gut ist eine CTR über Ihrer Break-even-CTR: TKP ÷ (EPC × 1.000), bei 1,20 € TKP und 0,24 € EPC also 0,5 %.
Was bedeutet CTR?
CTR steht für Click Through Rate, auf Deutsch Klickrate. Sie gibt an, wie viel Prozent der Einblendungen einer Anzeige zu einem Klick führen.
Fazit
Die CTR ist schnell berechnet und zeigt, ob eine Anzeige Aufmerksamkeit bekommt. Ob diese Aufmerksamkeit etwas wert ist, zeigen erst Prelander-CTR, Conversion Rate und EPC. Messen Sie Creatives deshalb an ihrer Break-even-CTR, vergleichen Sie nur gleiche Formate und Zählweisen und rotieren Sie, bevor ein Creative ermüdet. Wenn Sie Dating-Traffic zu transparenten Konditionen einkaufen und Ihre Creatives an Leads statt an Klicks messen möchten, sprechen Sie mit Leadpartner.
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