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Tracking & Kennzahlen8 Min. Lesezeit

Conversion Rate berechnen: Formel, Beispiele & Dating-Funnel

Conversion Rate berechnen mit Formel und Beispielen: welche Klicks und Conversions zählen, wie sich Funnel-Quoten multiplizieren und was eine gute CR ist.

Die Conversion Rate berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Conversions geteilt durch Klicks oder Besucher, mal 100. Schwierig ist die Frage, was in Zähler und Nenner gehört – im Dating kann dieselbe Kampagne je nach Definition eine Conversion Rate von 4 % oder von 0,1 % ausweisen. Dieser Beitrag richtet sich an Media Buyer, Dating-Werbetreibende und Affiliates. Sie lernen die Conversion-Rate-Formel mit Rechenbeispielen kennen, sehen, wie sich die Quoten eines Dating-Funnels vom Klick bis zur ersten Zahlung multiplizieren, wann ein Vergleich von Traffic-Quellen belastbar ist und mit welchen Hebeln Sie die Conversion Rate optimieren.

Conversion Rate: Bedeutung und Formel

Die Conversion Rate (CR, auf Deutsch Konversionsrate) gibt an, welcher Anteil der Nutzer eine gewünschte Aktion ausführt. Diese Aktion heißt Conversion; im Dating ist das meist eine Registrierung, eine bestätigte E-Mail-Adresse oder die erste Zahlung.

Conversion Rate = Conversions ÷ Klicks × 100

Statt Klicks können auch Sitzungen oder eindeutige Besucher im Nenner stehen; dazu gleich mehr. Ein Beispiel mit hypothetischen Zahlen: Eine Kampagne bringt 9.000 Klicks und 360 Registrierungen. Die Conversion Rate liegt bei 360 ÷ 9.000 × 100 = 4 %.

Umgestellt zeigt die Formel, wie viele Klicks Sie einkaufen müssen: benötigte Klicks = Ziel-Conversions ÷ Conversion Rate. Für 500 Registrierungen pro Woche bei erwarteten 4 % sind das 500 ÷ 0,04 = 12.500 Klicks. In solchen Rechnungen steht die Conversion Rate als Dezimalzahl (4 % = 0,04).

Conversion Rate berechnen: Welche Klicks und Conversions zählen?

Zwei Entscheidungen bestimmen das Ergebnis: die Basis im Nenner und das Ereignis im Zähler.

Der Nenner: Klicks, Sitzungen oder eindeutige Besucher

  • Netzwerk-Klicks meldet die Traffic-Quelle und stellt sie in Rechnung. Sie weichen oft von den Tracker-Klicks ab, weil Nutzer abspringen, bevor die Seite lädt, oder der Tracker Bots und Doppelklicks herausfiltert.
  • Tracker-Klicks erfasst Ihr eigener Tracker. Für Media Buyer sind sie meist die beste Basis, weil die Klick-ID sie mit den Conversions verbindet.
  • Sitzungen und eindeutige Besucher stammen aus der Webanalyse. Eindeutige Besucher zählen jede Person im Zeitraum nur einmal; die Conversion Rate fällt dadurch höher aus als pro Klick.

Mit einem Prelander kommen zwei Basen hinzu: Prelander-Besuche und Klicks vom Prelander zum Angebot (LP-Klicks). Eine CR ab LP-Klick ist immer höher als eine CR ab Anzeigenklick, weil der Prelander bereits einen Teil der Nutzer aussortiert hat.

Der Zähler: SOI, DOI oder erste Zahlung

  • SOI (Single Opt-in) ist die abgeschickte Registrierung.
  • DOI (Double Opt-in) ist die per E-Mail-Link bestätigte Registrierung; die Unterschiede erklärt der Beitrag Single Opt-in vs. Double Opt-in.
  • Erste Zahlung ist der erste Abo- oder Credit-Kauf.

Wie stark die Wahl das Ergebnis verändert, zeigt eine hypothetische Kampagne mit 10.000 Netzwerk-Klicks, 9.000 Tracker-Klicks, 7.200 eindeutigen Besuchern, 360 SOI, 144 DOI und 9 Erstzahlern:

Conversion ÷ Basis Rechnung Conversion Rate
SOI ÷ Netzwerk-Klicks 360 ÷ 10.000 3,6 %
SOI ÷ Tracker-Klicks 360 ÷ 9.000 4,0 %
SOI ÷ eindeutige Besucher 360 ÷ 7.200 5,0 %
DOI ÷ Tracker-Klicks 144 ÷ 9.000 1,6 %
Erstzahler ÷ Tracker-Klicks 9 ÷ 9.000 0,1 %

Alle fünf Werte sind richtig und beschreiben dieselbe Kampagne. Schreiben Sie deshalb zu jeder Conversion Rate dazu, was gezählt wurde, zum Beispiel „CR Klick → DOI (Tracker): 1,6 %“.

Funnel-Conversion-Rates: Rechenbeispiel für einen Dating-Funnel

Jeder Schritt eines Dating-Funnels hat eine eigene Conversion Rate. Diese Schritt-CR bezieht sich auf die Nutzer des vorherigen Schritts, nicht auf alle Klicks. Die Gesamt-CR vom Klick bis zum Ziel ist das Produkt der Schritt-CRs:

CR Klick → Zahler = CR Klick → LP-Klick × CR LP-Klick → SOI × CR SOI → DOI × CR DOI → Zahler

Dieselbe hypothetische Kampagne, aufgeschlüsselt nach Funnel-Schritten:

Funnel-Schritt Nutzer Schritt-CR CR ab Klick
Anzeigenklick (Tracker) 9.000 – 100 %
Klick vom Prelander zum Angebot 3.600 40 % 40 %
Registrierung (SOI) 360 10 % 4,0 %
Bestätigung (DOI) 144 40 % 1,6 %
Erste Zahlung 9 6,25 % 0,1 %

Die Gesamt-CR ergibt sich direkt aus den Schritten: 40 % × 10 % × 40 % × 6,25 % = 0,1 %. Daraus folgen drei praktische Konsequenzen.

Jeder Schritt wirkt gleich stark. Steigt eine beliebige Schritt-CR um ein Viertel, etwa die Bestätigungsquote von 40 % auf 50 %, wächst die Zahl der Zahler ebenfalls um ein Viertel, sofern die übrigen Quoten gleich bleiben.

Die Gesamt-CR zeigt nicht, wo ein Problem liegt. Fällt die CR Klick → DOI, kann die Ursache beim Prelander, beim Formular oder bei der Bestätigung liegen; erst die Schritt-CRs zeigen, wo Sie ansetzen müssen.

Ein besserer Schritt kann einen späteren verschlechtern. Ein Prelander mit überzogenen Versprechen kann mehr Nutzer zum Formular schicken, die ihre Anmeldung dann seltener bestätigen. Bewerten Sie Änderungen deshalb an der CR bis zum vergüteten Ereignis.

Conversion Rate, EPC und CPL: der Zusammenhang

Für das vergütete Ereignis verbindet die Conversion Rate Klickpreis, Lead-Preis und Ertrag; die Formeln erklärt der Überblick zu Cost per Lead, EPC und Conversion Rate im Detail:

  • EPC = Conversion Rate × Payout
  • Effektiver CPL = CPC ÷ Conversion Rate

Setzt man den EPC gleich dem Klickpreis, ergibt sich die Break-even-Conversion-Rate für Traffic auf CPC-Basis:

Break-even-CR = CPC ÷ Payout

Fortsetzung des Beispiels mit hypothetischen Zahlen: Der Media Buyer zahlt 0,10 € pro Klick und erhält 7 € pro DOI; alle 144 DOI werden freigegeben. Die Break-even-CR liegt bei 0,10 € ÷ 7 € ≈ 1,43 %. Mit 1,6 % liegt die Kampagne darüber: Der EPC beträgt 0,016 × 7 € = 0,112 €, der effektive CPL 0,10 € ÷ 0,016 = 6,25 €. Pro Klick bleiben 1,2 Cent übrig.

Zwei Lehren aus der Rechnung:

  • Die CR muss zum vergüteten Ereignis passen. Wer versehentlich mit der SOI-Rate von 4 % rechnet, kommt auf einen EPC von 0,28 €, das Zweieinhalbfache des tatsächlichen Werts.
  • Kleine Änderungen entscheiden über Gewinn oder Verlust. Sinkt die CR Klick → DOI von 1,6 % auf 1,4 %, fällt der EPC auf 0,098 € und damit unter den Klickpreis.

Wie Sie aus Conversion Rate und Payout Ihr maximales Gebot ableiten, zeigt der Beitrag CPC berechnen.

Conversion Rates vergleichen: gleiche Definition, genug Volumen

Meist berechnen Sie die Conversion Rate, um Quellen, Placements oder Prelander-Varianten zu vergleichen. Belastbar ist ein solcher Vergleich nur unter zwei Bedingungen.

Gleiche Definitionen. Beide Werte brauchen denselben Nenner, dasselbe Ereignis, die Zuordnung nach Klickdatum und ein abgeschlossenes Conversion-Fenster. Vergleichen Sie außerdem nur Vergleichbares: Liefert Quelle A vor allem Mobile- und Quelle B vor allem Desktop-Traffic, kann der Unterschied am Gerät liegen statt an der Quelle.

Genug Volumen. Bei kleinen Zahlen bestimmt der Zufall das Ergebnis mit. Als Faustregel schwankt eine Zahl von Conversions zufällig um etwa ihre Quadratwurzel; für die Genauigkeit zählt deshalb die Zahl der Conversions, nicht die der Klicks:

Conversions Zufällige Schwankung (≈ √Conversions) Relative Unsicherheit der CR
25 ± 5 ± 20 %
100 ± 10 ± 10 %
400 ± 20 ± 5 %

Ein Beispiel mit hypothetischen Zahlen: Aus je 1.000 Klicks bringt Quelle A 20 DOI (2,0 %) und Quelle B 14 DOI (1,4 %). A wirkt um gut 40 % besser. Doch schon 20 Conversions schwanken zufällig um etwa ± 4,5, und eine Differenz von 6 DOI kann allein durch Zufall entstehen. Bei zehnfachem Volumen, 200 gegen 140 DOI, wäre derselbe relative Abstand belastbar.

Für die Praxis heißt das:

  • Legen Sie vor einem Test fest, wie viele Conversions jede Variante braucht, und brechen Sie nicht ab, sobald eine Seite vorn liegt. Wer laufend nachschaut und beim ersten Vorsprung stoppt, kürt oft den Zufall zum Sieger.
  • Bewerten Sie früh auf dem Schritt mit dem meisten Volumen, etwa SOI oder DOI, und prüfen Sie die Zahlerquote, sobald genug Zahlungen vorliegen.

Was ist eine gute Conversion Rate?

Eine allgemeingültige gute Conversion Rate gibt es nicht, auch nicht für Dating. Die CR hängt ab von:

  • Vertikale: Mainstream-, Casual- und Adult-Angebote erreichen Nutzer mit unterschiedlicher Absicht; mehr dazu unter Dating-Vertikalen.
  • GEO und Endgerät: Sprache, Kaufkraft, Lokalisierung des Angebots, Smartphone oder Desktop.
  • Quelle und Format: Suchtraffic mit konkreter Absicht verhält sich anders als kalter Push- oder Pop-Traffic.
  • Angebot: Registrierungsstrecke, Formularlänge, Preisgestaltung und SOI- oder DOI-Flow.

Veröffentlichte Durchschnittswerte vermischen all diese Faktoren und sagen über Ihre Kampagne wenig. Eine gute Conversion Rate erfüllt stattdessen drei Bedingungen:

  • Sie liegt über Ihrer Break-even-CR, also über CPC ÷ Payout, beziehungsweise führt zu einem CPL, den der Wert eines Leads trägt.
  • Sie erreicht oder übertrifft Ihren eigenen Vergleichswert für dieselbe Quelle, dasselbe GEO und dasselbe Angebot.
  • Sie hält, wenn Sie das Budget erhöhen, und die späteren Funnel-Schritte ziehen mit.

Eine steigende SOI-Rate bei sinkender Bestätigungsquote ist kein Erfolg, sondern ein Hinweis auf ein Qualitätsproblem.

Conversion Rate optimieren: die wichtigsten Hebel

Conversion-Rate-Optimierung (CRO) bedeutet im Dating-Traffic, aus denselben Klicks mehr vergütete Ereignisse zu machen. Die wichtigsten Hebel:

  • Targeting: Schalten Sie Placements, Sub-IDs, GEOs, Geräte und Tageszeiten ab, die nach ausreichendem Volumen unter der Break-even-CR bleiben. Filtern Sie Bots und ungültige Klicks, bevor sie den Nenner aufblähen; mehr dazu unter Klickbetrug und Ad Fraud.
  • Passendes Angebot: Ein Casual-Angebot für eine Mainstream-Zielgruppe oder eine Seite in der falschen Sprache drückt die Schritt-CRs ab dem Angebot.
  • Prelander: Ein Prelander, der zur Anzeige passt und Nutzer ehrlich vorqualifiziert, kann die CR bis zum DOI heben; Formate und Tests behandelt der Beitrag Landingpage und Prelander im Dating.
  • Ladezeit: Jede zusätzliche Weiterleitung und jede langsame Seite kostet Nutzer zwischen Klick und Formular. Prüfen Sie die gesamte Weiterleitungskette auf echten Smartphones.
  • Formularlänge: Jedes Pflichtfeld ist eine Hürde; testen Werbetreibende kürzere Registrierungsstrecken, sollten sie diese nach DOI und Zahlern bewerten, nicht nach SOI.
  • Tracking: Gehen Klick-IDs unterwegs verloren, entstehen Conversions ohne Zuordnung, und die gemessene CR sinkt. Richten Sie Postback-URL und S2S-Tracking ein und testen Sie den Pfad vor dem Start.

Häufige Fehler, wenn Sie die Conversion Rate berechnen

  1. Nenner mischen: Netzwerk-Klicks bei der einen Quelle, Tracker-Klicks bei der anderen.
  2. Den Schritt verschweigen: „CR 4 %“ ohne Angabe, ob SOI, DOI oder Zahlung gemeint ist.
  3. Quoten mitteln statt summieren: Quelle A hat 1.000 Klicks und 50 SOI (5 %), Quelle B 9.000 Klicks und 90 SOI (1 %). Der Mittelwert der Quoten beträgt 3 %, die tatsächliche CR aber (50 + 90) ÷ 10.000 = 1,4 %. Teilen Sie immer die Summe der Conversions durch die Summe der Klicks.
  4. Prozent und Prozentpunkte verwechseln: Steigt die CR von 2 % auf 3 %, ist das ein Plus von einem Prozentpunkt, aber von 50 %.
  5. Zu früh messen: DOIs und Zahlungen treffen verzögert ein. Bewerten Sie nach Klickdatum und erst nach Ablauf des Conversion-Fensters.
  6. Gemeldete statt freigegebener Conversions: Für Gebote und Rentabilität zählt die CR auf Basis freigegebener Conversions.

FAQ

Wie berechnet man die Conversion Rate?

Teilen Sie die Zahl der Conversions durch die Zahl der Klicks oder Besucher und multiplizieren Sie mit 100: 360 Registrierungen bei 9.000 Klicks ergeben eine Conversion Rate von 4 %. Geben Sie immer an, welche Basis und welches Ereignis Sie verwendet haben.

Was ist eine gute Conversion Rate?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil Vertikale, GEO, Endgerät, Quelle und Angebot das Ergebnis stark verändern. Gut ist eine Conversion Rate, die über Ihrer Break-even-CR (CPC ÷ Payout) liegt und Ihren eigenen Vergleichswert bei gleicher Quelle und gleichem Angebot erreicht.

Was bedeutet Conversion-Rate-Optimierung?

Conversion-Rate-Optimierung (CRO) umfasst alle Maßnahmen, die aus derselben Zahl an Besuchern mehr Conversions machen, etwa besseres Targeting, passende Angebote, Prelander, kürzere Ladezeiten und schlankere Formulare. Im Dating sollten Sie jede Maßnahme an der CR des vergüteten Ereignisses messen, also an DOI oder erster Zahlung.

Fazit

Die Conversion Rate ist in Sekunden berechnet, aussagekräftig wird sie erst durch eine klare Definition von Basis, Ereignis und Zeitfenster. Im Dating-Funnel multiplizieren sich die Schritt-CRs vom Klick bis zur Zahlung; messen Sie deshalb jede Änderung am vergüteten Ereignis und vergleichen Sie Quellen nur mit gleichen Definitionen und genug Conversions. Wenn Sie Dating-Traffic einkaufen und Ihre Quellen nach einheitlich definierten Conversions bewerten möchten, sprechen Sie mit Leadpartner.

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